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Weiß man, wie oft ein Herz brechen kann?
Wie viel Sinne hat der Wahn?
Lohnen sich Gefühle?

Wie viele Tränen passen in einen Kanal?
Leben wir noch mal?
Warum wacht man auf?
Was heilt die Zeit?

Ich bin dein 7. Sinn,
Dein doppelter Boden,
Dein zweites Gesicht.
Du bist eine kluge Prognose,
das Prinzip Hoffnung,
ein Leuchtstreifen aus der Nacht.
Irgendwann find und lieb ich dich ...

Ich bin eine deiner Farben,
kannst mich wählen, kannst sie tragen,
Kannst sie bleichen.
Verrat dir alle Geheimzahlen,
Werd dir die kühnsten Träume ausmalen,
Werd dir erklären, wovon ich nichts versteh.

Ich bin dein 7. Sinn,
Dein doppelter Boden,
Dein zweites Gesicht.
Du bist eine sichere Prognose,
das Prinzip Hoffnung,
ein Leuchtstreifen aus der Nacht.
Irgendwann find und lieb ich dich ...

Das Leben fließt rot in unseren Venen,
Ich servier dir´s auf einem goldenen Tablett.
Du holst mich aus dem grauen Tal der Tränen,
Lässt alle Wunder auf einmal geschehen,
Dass mir Hören und Sehen vergeht.

Ich bin dein 7. Sinn,
Dein doppelter Boden,
Dein zweites Gesicht.
Eine Lieblingsfarbe,
Dein sportlichster Wagen,
Dein tiefster Tauchgang,
Dein Segelflug.

Du bist eine gute Prognose,
Das Prinzip Hoffnung,
Ein Leuchtstreifen aus der Nacht.
Ich find dich und lieb dich mehr als mich.
Ich lieb dich mehr als mich.
Irgendwann find ich dich.
Ich find dich oder nicht.
Ich lieb dich mehr als mich und ich finde dich.
Ich find dich oder nicht.

12.5.07 20:17, kommentieren

M. 

M. hatte den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn überschritten. Er hatte die reale Welt verlassen und sich für die Mathematik entschieden. Schon früh hatte M. seine Begabung entdeckt. Es hatte ihm schon immer Spaß gemacht, die Welt der Zahlen auf den Kopf zu stellen und grundlegende Formeln immer wieder neu zu beweisen.
Doch nun war M. allein. Die Leere und Stumpfsinnigkeit der Welt fras ihn auf.
In der Schule wurde M. noch gemocht. Die Lehrer lobten sich selbst dafür ein Talent entdeckt zu haben und schickten ihn von einem Förderprogramm zum nächsten. Manchmal sah er sein Zuhause für Wochen nicht. Vielleicht gab auch das den Anstoß, dass M. sich immer mehr zurückzog. Er saß in seinem Zimmer, das aus nicht viel mehr als einem Bett bestand, und starrte Löcher in die Wand. Wenn seine Eltern ihn fragten was er mache, meinte er nur "Denken".
Später, als er sich immer mehr vom sozialen Leben abkapselte, schob man es auf die Pubertät. Es sei nur eine Phase.
Als M. 19 war starben seine Eltern bei einem Verkehrsunfall. Es schien ihn nicht zu treffen. Mit seiner Erbschaft kaufte er sich seine eigene Wohnung: 2 Zimmer. Kalt, steril. Da er die Schule beendet hatte, konnte er sich nun noch mehr seiner Isolation widmen. Oft saß er mehrere Tage lang ohne zu essen oder zu trinken in einem Stuhl in der Mitte seiner Wohnung. Wenn er doch einmal aufstand, rechnete er. Nach kurzer Zeit waren die Wände seines Zimmers übersät von Zahlen und Formeln.
Nur manchmal, wenn er es vor Hunger nicht mehr aushielt, verließ er sein Zimmer. Doch die Welt außerhalb behagte M. nicht. Sie erschien im nutzlos, öde und primitiv. M arbeitete an einer Formel, einer Formel die die Welt verändern würde, einer Formel mit deren Hilfe Zeitreisen möglich sein würden.
Er würde sie der Welt zeigen, zeigen welch ein Genie er war. Sie würden ihn lieben.
Doch noch war die Welt noch nicht so weit, das wusste M. Noch nicht. So lebte M. Jahr für Jahr in seiner Wohnung und rechnete. Wartete. Wartete auf den Moment der Welt seine Genialität zu präsentieren.
Kriege kamen und Kriege gingen. Eine Hungersnot brach aus.
Doch von alledem merkte M. nichts. Er hatte den Gipfel der Einsamkeit erreicht. Er war kurz vor dem Durchbruch. Eines Tages war M. so weit. Er wagte sich auf die Straßen der Stadt. Die Welt war kalt und unfreundlich geworden. Der dritte Weltkrieg hatte die Menschen verändert. An jeder Ecke sah man mindestens einen Sicherheitsbeamten. Die Menschen tuschelten, wenn M. vorüberging. Er entsprach nicht der Norm, seine Kleidung nicht den Vorschriften. Ein Wachbeamter bat ihn, sich auszuweisen. Doch M. besaß keinen Pass. Er wusste seinen Namen nicht mehr. Man nahm ihn mit, verhörte ihn, befragte ihn. Wer er sei, welchen Beruf er ausübe, welcher Partei er angehöre.
Doch M. sprach nicht. Man erklärte ihn für verrückt und schloss ihn in einer Anstalt ein. Er bekam ein kleines Zimmer zugewiesen und nannte ihn "M." für "Mathematiker", denn das einzige, das M. von sich gab, waren wirre Formeln. Man kümmerte sich nicht weiter um ihn. Solche Menschen waren im System nicht erwünscht. Doch M. entwickelte sich seine eigene Welt. Tief drinnen in den Wirrungen seines Verstandes erschuf er sich eine Wüste, in der es nur ihn und seine Formeln gab. Niemanden sonst. Hier fühlte er sich wohl. Doch in der Welt gab es einen Umschwung. Es gab eine neue demokratische Regierung, die sich um die Anliegen der Menschen kümmerte. So auch um M. Er musste nun täglich Therapiesitzungen über sich ergehen lassen. Man wollte ihn zurück zur Gesellschaft bringen.
Doch das alles störte M. enorm. Es zerstörte seine eigene Welt, man rüttelte gewaltsam an ihr. Plötzlich fühlte er sich nicht mehr wohl in seiner Wüste. Er war nun nackt und fror. Raubtiere schlichen um ihn herum. Doch er wollte seine Welt nicht aufgeben. Er begann zu zittern und verlor seien Haare. Die Ärzte wussten nicht, was sie tun sollten. Auch M. wusste es nicht. Er fühlte sich von seiner eigenen Welt verraten und konnte dennoch nicht zurück in die reale Welt. Er wurde wahnsinnig. Es gab keinen Ausweg mehr für ihn. Oft rannte er in seinem Zimmer auf und ab oder schlug seinen Kopf gegen die Wand. Man stellte ihn ruhig. Doch die wilden Tiere in seinem Kopf ließen sich nicht ruhigstellen. Sie umzingelten ihn, kreisten ihn ein, kamen immer näher.
Eines Tages gab M. den Kampf auf. Er überließ seine eigene Welt den Raubtieren und starb.
Eines Morgens fand man ihn tot in seinem Zimmer. Niemand konnte sich seinen Tod erklären. Körperlich war er völlig gesund.
Nur der gehetzte Gesichtsausdruck hatte sich gewandelt. Auf den nun starren Zügen seines Gesichtes konnte man nur noch eines erkennen: Frieden.

19.5.07 16:27, kommentieren

Fight

 Und mögen sie mir auch alles nehmen….. möge die Trauer auch noch so tief sein….. möge der Schmerz auch noch so unerträglich erscheinen…. eines kann mir niemand nehmen. Das Schreiben bleibt ewig und unzerstörbar. Nichts und Niemand kann mich daran hindern meine tiefsten Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen und sie somit aufzubewahren, sie in die Welt hinauszuschreien, es all den Egoisten, Stümpern und Kritikern zu zeigen wie stumpfsinnig und hohl ihre Welt eigentlich ist. Möglicherweise kann ich in meinem Leben nichts damit bewirken, doch ich kann nur hoffen das es immer Menschen geben wird die gegen den Strom schwimmen und sich wehren. Steht auf, schreit, zeigt Stärke und wehrt euch!

19.5.07 21:33, kommentieren

Ist es so? 

Treten wir ständig auf der Stelle,
sind wir gefangen in einem ewigen Teufelskreis
der uns die Freiheit entzieht?

Ist es so?

Haben wir uns selbst verloren,
stellen wir zu viele Fragen
oder wollen wir die Antworten nicht sehen?

Ist es so?

Suchen wir zwanghaft unseren Seelenpartner
Und versuchen unsere Mitte zu finden,
obwohl der Mensch unseres Lebens vielleicht schon vor uns steht?

Öffnet die Augen, blickt ins Licht und erkennt euer wahres Ich…
Doch ihr seid blind für die Wunder dieser Welt,
verschließt eure Augen vor der Schönheit und der Liebe.
Nein, ihr bewegt euch nicht vorwärts ins Paradies…
Ihr nehmt den umgekehrten Weg.

So ist es.

19.5.07 21:34, kommentieren

 Weise gesprochen, Betty-chan...

 Jo, des stimmd. Do liegen und si bemitleiden is des oafochste wos ma doa konn. Es duad fia a zeital zwoa oft gonz guad, wenn ma afoch moi a bissal nochdenkt, oba auf dauer schlogt oan des nur nu mehr nieder.

Do konn ma si nur aufraffen, zaumreissen und irgendwos doa, wos oan oblenkt. Und wonns nur DVD schaun is.

Oba üban "Sinn" nochdenken is do absolut tödlich, weil ma do so und so auf koan grünen Nenner kumd. Najo.
I denk ma eigentlich jetzt immer... es is ois sinnlos... oiso derf i a lauter sinnlose Sochn mocha und mi über de sinnlose Sochn gfrein. I derf offen sinnlos in da Nosn bohrn, derf ma sinnlos an grünen glitzer-Lobster kaufen, derf mi sinnlos söba beim Grimassenschneiden fotografiern...

19.5.07 21:35, kommentieren

Für alle Schmetterlinge-im-Bauch-Besitzer.... ^^ 

Kennst du dieses Gefühl?
Dieses Gefühl, dass du fliegen kannst,
nichts hält dich mehr am Boden.
Du fühlst dich schlecht und zugleich wunderbar.
Du willst die ganze Welt umarmen,
doch eigentlich willst du den Rest deines Lebens
nur noch eine Person berühren.

19.5.07 21:36, kommentieren

Sommergedanken

Blinzelnd öffnest du deine Augen.....
die Sonne blendet dich.....
sie ist warm... heiß... wunderbar.

Du hörst das Zirpen der Grillen,
und du wünschst das dieser Moment
niemals enden würde...
der Geruch des Sommers steigt dir in die Nase...
dieser unbeschreibliche, wunderbare, würzig-süße Geruch....

Du schließt die Augen wieder und schläfst langsam ein...
erst spät Abends weckt dich Musik vom Seeufer....
langsam stehst du auf und gehst hinunter....

Dieser Sommer.... wunderbar....

 

19.5.07 21:36, kommentieren